57. Mit dem Bus von Santiago nach Lissabon

Heute geht es mit dem Bus nach Lissabon.

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Fast zehn Stunden dauert die Fahrt über La Coruña, Porto und so weiter….

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Es ist schon dunkel als ich ankomme. Trotzdem finde ich mich relativ schnell zurecht und nehme statt Taxi die Metro und Laufe zum Hotel.
Irgendwie ist mir Lissabon direkt sympathisch. Mal sehen, was ich nach weiteren vier Tagen hier sage.
Damit verabschiede ich mich für die nächsten viet Tage auch von Euch bis zu meiner Rückreise🙂
Dann erzähle ich Euch, wie es mir in Lissabon ergangen ist.

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56. Die letzten Schritte nach Santiago

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Es geht auf die letzten 10 km nach Santiago. Vermutlich muss man zu dieser Jahreszeit und um dieser frühen Uhrzeit laufen, um so ruhig bis 5 km vor das Ziel zu kommen.

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Am Monte de Gozo ist es mit der Ruhe vorbei. Pilgergruppen und der aufkommende Lärm der Stadt lassen keine ruhige Stimmung zu.

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Erst bei Ankunft in der historischen Altstadt und dem ersten Blick auf die Kathedrale kommt die Stimmung des Ankommens am Ziel auf.

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Dann geht alles recht schnell. Ich finde schnell eine gute Pension, hole mir meine Pilgerurkunde ab, mache mein Foto vor der Kathedrale und besuche die Pilgermesse. Treffe dort aber leider niemanden, den ich kenne. Alle kommen wohl erst in den nächsten Tagen an.

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Danach habe ich viel Zeit Santiago zu besichtigen. Der historische Kern ist wirklich schön und sehr lebhaft. Ich sehe wohl so ziemlich alles in drei Stunden auf dem empfohlenen Rundweg und den eigenen Routen. Von der Almeda bis zu allen Kirchen.

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Abends geht es lecker Tapas essen und in eine Kneipe mir ein tollen galicisches Folk-Konzert anhören.

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Auf dem Weg zur Pension sehe ich, wie Santiago Solidarität mit Paris ausdrückt.

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Morgen geht es mit dem Bus nach Lissabon….

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55. Mit Trauer bis kurz vor Santiago

Was soll ich zu dieser Etappe sagen? Als ich morgens von den Anschlägen in Paris erfahre, schreibe ich erst mal allen, die ich aus Paris kennen lernen durfte, eine Mail, um zu erfahren, wie es Ihnen geht. Mit einer Antwort rechne ich erst in den kommenden Tagen.
Endlos traurig und wütend über den vielen unnötigen Hass in unserer Welt, beschließe ich, soweit wie möglich an diesem Tag zu laufen. Ich erreiche mit Anbruch der Dämmerung nach 46 km Labacolla und hoffe auf gute Nachrichten.

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54. Nur noch 94 km nach Santiago

Am nächsten Morgen treffe ich wieder Sofia und wir werden zusammen bis nach Palast de Rei laufen. Sie hat dort eine Verabredung, ich werde auf jeden Fall weiter laufen.

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Sofia ist in Le Puy los gelaufen und wir wissen beide noch nicht, wie wir damit umgehen sollen, dass der Weg bald zu Ende ist. Die Unterhaltung dreht sich um unsere Erfahrungen und Erlebnisse auf dem Camino. Die 25 km nach Palas sind schnell rum und wieder heisst es Abschied nehmen.

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Für mich wird es weiter bis nach Melide gehen, womit ich heute mit 37 km fast etwas faul bin.

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52. Schnelle 43 km nach Portomarin

Heute geht es über Sarria nach Portomarin. Sarria ist deswegen erwähnenswert, da hier die meisten Pilger starten, die eigentlich nur die Compostela, die Pilgeruhrkunde haben wollen. Von hieraus sind es 115 km und 100 sind die Pflicht für die Urkunde.
Der Tag startet für mich aber erst mal richtig locker meist leicht abwärts oder eben durch galicischen Dörfer hindurch.
Die frei laufenden Hunde hier sind übrigens keine Streuner sondern die Hunde der Bauern, die die Kuh- oder Ziegenherde treiben. Und verdammt gelassen sind sie. Wenn man an ihnen vorbeigeht machen sie genau das:

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Einmal reagiere ich auf einen bellend durch das Dorf laufende riesen Schäferhund mit dem Resultat, dass ich mal wieder 10 Minuten mit Hundeohrenkraulen verbringe, aber auch mehrere Kilo Fell an der Hose habe. Irgendwie gerate ich die letzten Tage immer wieder in Kuhherden, die gerade von oder zur Weide getrieben werden, oder in einen Haufen Hunde, die wissen wollen, wer mal wieder durch ihr Dorf trampelt.

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Am Ende der Etappe treffe ich auf zwei Französinnen, wobei och der einen helfen kann ihre Herberge in Ferreiros zu finden (Sie hat nämlich ein bisschen Angst vor Hunden). Mit der zweiten, Sofia, laufe ich die Etappe nach Portomarin zu Ende.

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51. Der letzte große Berg – durch die Sierra do Ranadoiro

Los geht es das letzte Mal über Berge und mehr als 1000 Meter. Am Anfang noch durch die morgentlichen Täler.

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Und dann rein in den ersten Anstieg nach La Faba.

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300 Höhenmeter auf 2 km haben es in sich und bringen viele Pilger an Ihre Grenzen. Bei mir zahlen sich wieder die vielen Kilometer vorher aus, die ich in den Beinen habe.
In La Faba mache ich kurz Pause in einem sehr schönen alternativen Café und muss da mit dieser süßen Katze um mein Essen kämpfen…

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Also weiter bergauf Richtung Cebreiro. Kurz vor dem Gipfelort betreute ich die letzte spanische Provinz auf meiner Reise: Galicien

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Der Menschenschlag in dieser Bergregion zwischen Leon und Galicien ist, sagen wir es höflich, eigenwillig. Man sollte nicht unbedingt damit rechnen, dass man beachtet oder gar gegrüßt wird. Cebreiro selbst ist eigentlich ein schönes historisches Bergdorf, dass leider komplett dem Pilgerkommerz folgt und verbunden mit dem Menschenschlag ein paar Fotos, aber keines Aufenthalt wert ist.

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Dann geht es wieder etwas herunter um zum Alto do Poio mit einem kurzen aber extrm giftigen Anstieg nach 28 km zu gipfeln.

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Danach geht die Etappe relativ entspannt runter nach Triacastella, wo am Ende wieder 42 km auf dem Tacho stehen.

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50. Zwischen den Bergen

Die heutige Etappe geht 41 km von Molinaseca nach Trabadelo und verbindet die Montes de Leon mit der Sierra do Ranadoiro. Als ich morgens aufbrechen kann man schon erahnen, dass es erst mal nebelig wird.

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Und das wird es dann auch bei s zum Mittag. Zuerst geht es durch das historische, aber leider sonst nicht sehr schöne Ponferrada mit seiner unglaublichen Templerburg.

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Auf den weiteren Weg stelle ich fest, dass man als Pilger hier in Spanien doch ziemlich gefährlich lebt😉

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Hoffentlich doch nur eine furchtbar schlechte Übersetzung.
Wenig später ändert sich die Landschaft und ist voller schöner Weinberge. Dort gelingt mir auch der Schnappschuss des Tages. Ein Weinbauer beim bescheiden der Weinstöcke.

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Kurze Zeit später bin ich hoch genug und über dem Nebel in der Sonne mit in einer schönen Landschaft.

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Nach Villafranca del Bierzo geht es leider die Landstraße lang, worüber sich wohl Harpe Kerkeling fürchterlich beschwert hat… Aber ich habe auf dem Camino schon nervigeres erlebt.
Schließlich komme ich zu guter Zeit in Trabadelo an und nehme mur ein Zimmer.

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Erschreckend ist jedoch wie selbst auf dem Campino viele Dörfer hier fast nur noch aus alten Bewohnern und leeren Häusern bestehen. Zumindest jetzt im Herbst. Wie hier der Bär in der Hochsaison tobt lassen die Kommerz-Pilgerorte erahnen, die ich aber inzwischen soweit es geht meide.
Also morgen auf den letzten Berg zu erklimmen und dann ab nach Santiago.

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